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Die Genossenschaft
heute: Wohnungsbaugenossenschaft Gartenstadt Wandsbek eG

um 1900
Die Not
Einige Zahlen zur Wohnsituation in Hamburg . 45% der Einwohner lebten in überbelegten Wohnungen z.B. mehr als 6 Personen, bei nur einem heizbarem Zimmer). In Folge der katastrophalen Wohnverhältnisse brach 1892 in Hamburg eine Cholera - Epidemie aus,an der über 17000 Menschen erkrankten und 9000 starben.
Die Krankheit konzentrierte sich in ihrer Schwere auf die engen Gängeviertel in Alt- und Neustadt.

Die Idee- Hamburgs erste Gartenstadt
Die von England kommende Idee der Gartenstadt fand im hamburger Raum ihre erste Verwirklichung in der Gartenstadt Wandsbek, die 1910 am heutigen Goldlackweg entstand. Am 31. Januar 1910 gründeten zehn Männer in der Gaststätte "Zum alten Posthaus" die Gartenstadt-Gesellschaft-Wandsbek. Das Ziel war, in nächster Nähe der Großstadt Hamburg, minderbemittelten Familien oder Personen gesunde und Zweckmäßige Wohnungen in eigens erbauten oder angekauften Häusern mit oder ohne Gärten zu billigen Preisen zu verschaffen (§ 2 der Satzung).
Die Idee der Gartenstädte war in England entstanden, wo die Industrialisierung begonnen hatte und schon weit fortgeschritten war.
Hier waren bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert Gartenstädte im Einfamilienhaus-System entstanden. Sie verbanden durch das Wohnen im Grünen in der Nähe der großen Städte die Vorteile Stadt- und Landlebens miteinander.
In Deutschland entstand nach englischem Vorbild 1902 eine Deutsche Gartenstadt-Gesellschaft, die diese Idee propagierte. " Eine Gartenstadt ist eine planmäßige Siedlung auf wohlfeilem Gelände, das dauernd im Eigentum der Gemeinschaft (Staat, Gemeinde, Genossenschaft oder dergl.) erhalten wird, derart, dass jede Spekulation mit Grund und Boden für immer ausgeschlossen und der Wertzuwachs der Gemeinschaft gesichert bleibt. Diese soziale und wirtschaftliche Grundlage bringt und erhält der neu entstehenden Stadt auch den Garten - selbst für den Minderbemittelten - macht sie zur "Gartenstadt" (aus dem Programm der Deutschen Gartenstadt- Gesellschaft).

Kriegszerstörung und Selbsthilfe
1945
Der 2. Weltkrieg hatte große Wunden in die Gartenstadt geschlagen. Über 180 Wohnungen gingen durch Spreng- und Brandbomben total verloren, das waren rund 1/3 des Bestandes. Fast kein Haus war unbeschädigt geblieben.Bis 1948 war es der Genossenschaft unmöglich, mit dem Wiederaufbau der Ruinen und der schwer beschädigten Häuser zu beginnen. Um dem weiteren Ruinenverfall und den Diebstahl an Vermögenswerten zu verhindern, wurden Ruinen an Interessenten zum Ausbau in Selbsthilfe vergeben. Auf die Gestaltung der in Selbsthilfe wiedererichteten Bauten hatte die Genossenschaft kaum Einfluss. Manch ein Gartenhaus wurde nie wieder vollständig aufgebaut oder hat bis heute noch ein - damals zunächst provisorisches - Flachdach. Von 1948 bis 1958 konnte die Genossenschaft die Schäden systematisch beseitigen.

1958
Auf dem Gelände Gartenstadtweg / Pillauer Str / Immergrünweg wurde mit dem Bau von 128 Wohnungen und 15 Garagen begonnen. Dieses Projekt weicht erstmals von der traditionellen Form des Einfamiliendoppel- oder Reihenhauses ab, da die Baukosten und der gestiegene Wohnungsbedarf diese Bauweise nicht mehr zuließen. Die Mehrfamilienhäuser sind in halb offener Bauweise mit vielen Grünflächen angelegt. Sie wurden bis 1959 fertig gestellt.

ab 1959
Große Bauprojekte in vielen Hamburger Stadtteilen z.B. Stellingen-Uwestraße, Rahlstedt-Dreieckskoppel, Eidelstedt-Wildackersiedlung,
sowie in Mümmelmansberg und Steilshop u.a..

Heute ist die Genossenschaft ein normales Wirtschaftsunternehmen, deren Mieter marktübliche Mieten zahlen.



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Die Bauabschnitte
1910 .. 112 Wohnungen und 8 Läden
Goldlackweg 1 bis 55
Tilsiter Str. 1 bis 47 und 2 bis 36
Lesserstr. 157 bis 175
Gartenstadtweg 51 bis 65 und 52 bis 66
Stephanstr 102 bis 116

1912 .. 31 Wohnungen
Goldlackweg 2 bis 52
Lesserstr 177
Gartenstadtweg 67 und 68
Stephanstr 118

1913 .. 34 Wohnungen
Lesserstr. 179 bis 209
Pillauer Str 2
Immergrünweg 1 3 5 und 2
Gartenstadtweg 69 bis 79 und 70 bis 72
Stephanstr.120 bis 128

1914 .. 12 Wohnungen
Immergrünweg 4 bis 14
Gartenstadtweg 74 bis 84

1920 bis 22 .. 36 Wohnungen
Lesserstr 66 bis 84,
Asternstr.2 bis 10,
Rosmarinstr. 1 bis 3

1928 bis 30 .. 41 Wohnungen
Nelkenweg 1 bis 35,
Asternstr. 5 bis 27,
Rosmarinstr. 5 und 9,
Lesserstr. 92 bis 96,

1933 bis 39
Nelkenweg 37 bis 51,
Rosmarinstr. 15 bis 55,
Asternstr.29 bis 51,
Lavendelweg, Gartenstadtweg 43 bis 49,
Stephanstr. 70 bis 96,
Anemonenweg

ab1958
Immergrünweg 7 bis 9,
Gartenstadtweg 86 bis 94

danach Häuser ohne Gärten
Gartenstadtweg 96 bis 100 und 83 bis 93
Pillauer Str.,


Straßenumbenennungen in den fünfziger Jahren
heute...................... vormals
Lesserstr.. .............. Bramfelder Str.
Gartenstadtweg...... Rosenstr.
Tilsiter Str............. Berner Str.
Goldlackweg.......... Erikastr.
Immergrünweg....... Lilienstr.
Pillauer Str............. Fliederweg

Der in
"Times" geschriebene Text ist ein Zitat aus dem Buch
"Wandsbek informatif" aus dem Heinevetter Verlag.
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Stamp Media Gmbh.

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