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Straßenfest im Goldlackweg 1983
Straßenfeste haben in der Gartenstadt eine lange Tradition. Schon in den Gründerjahren der Genossenschaft wurde jedes Jahr im Spätsommer gefeiert. In den fünfziger Jahren wurde diese Tradition wieder aufgenommen. Das letzte große öffentliche Straßenfest war 1983 im Goldlackweg.

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Straßenfest Goldlackweg
am 13.08.83 ein großer Erfolg
(Zeitungsartikel)
Es war ein rauschendes Straßenfest, von den Organisatoren zwar erhofft, aber in den Ausmaßen kaum erwartet! Man traf sich, lernte sich erst richtig kennen, sprach aß und trank miteinander, ein voller Erfolg, wie immer wieder zu hören war. Eine Bestätigung, dass auch Menschen in der Großstadt in überschaubarem Rahmen zueinander finden wollen und können.
Pünktlich um 14 Uhr eröffnete Bezirksamtsleiter Dr. Rolf Lange das Straßenfest. Ein Spielmannszug, den ein Anwohnerin des Goldlackwegs bei einer Veranstaltung gewonnen hatte, spielte die nächsten zwei Stunden. An der Kaffeetafel, die von den Anwohnern vorbereitet war, wurden 74 Liter (!) Kaffee ausgeschenkt und Unmengen Kuchen verdrückt. Die Spiele, u. a. eine Negerkusswurfmaschine, Dosen- und Ballwerfen, Kegelbahnen, Verkaufstresen und anderes waren für die Kinder und auch für die Erwachsenen aufregend und Interessant. Ein Renner waren die Kutschfafrten in den umliegenden Straßen, die Kutsche war dauernd besetzt. Reges Interesse fand auch der Stand des Tierschutzvereins. Weitgehend zufrieden waren auch die Verkäufer an den Ständen. Der BV Wandsbek, der in seiner Zeitung Der Wandsbeker für das Straßenfest intensiv geworben hatte, zeigte an Stellwänden Bilder aus dem alten Wandsbek, die ein starkes Interesse fanden. Die Kette der Fragesteller riß nicht ab. Auch die Arbeit des Bürgervereins fand Interesse, und die vorhandenen Beitrittsvordrucke waren schnell vergriffen. Frau Fischer, Frau Weidemann und das Ehepaar Hippe mußte zusagen, weitere Beitrittsvordrucke zum Goldlackweg zu geben. Die Handarbeitsgruppe des Bürgervereins Wandsbek mit Frau Stender und Helfern
fand mit ihren Arbeiten aus der Bastelgruppe reißenden Absatz.
Frau Stender berichtet dazu: Seit Wochen hatten viele fleißige Bastelbienen Rosen aus Seidenband gedreht und zu Biedermeiersträußen zusammengebunden. Unsere große Sorge war nur, bleibt das Wetter schön. So kam der Tag heran und die Anlieger des Goldlackwegs standen voller Erwartung, was nun wohl kommen wird. Nach der Eröffnung kam Leben in die Straße. Unser Stand war recht bunt durch die vielen Rosengestecke.
Ab 16 Uhr eröffnete das Internationale Restaurant seine Pforten und zwar mit den Bisoletten, Fejoado-Mulattiono, Smörrebröd, Spaghetti Bolognese bis 19 Uhr restlos ausverkauft. Bei Einbruch der Dunkelheit erwies sich das Feuer, das entzündet wurde, als ein wichtiges Kommunikationszentrum. Musik in den Festzelten regte zu Tanz zu Später Stunde an. Gegen 3 Uhr endete dann für die unentwegten das Straßenfest. Beim morgendlichem Aufräumen gab es eine Große Überraschung. Als die Transportgruppe zum Goldlackweg zurückkehrte, stand in der Straßenmitte ein Frühstückstisch bereit und nun begann für die am Vortag voll ausgelasteten Organisatoren und Helfer ein weiteres Straßenfest, das erst gegen 20 Uhr (!) am Sonntag, endete.
Einen kleinen Mißklang gab es am Montagmorgen durch die Müllmänner, die die bereitgestellten Müllsäcke nur widerwillig und mit unfreundlichen Bemerkungen aufluden.
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Goldlackweg: Anwohner feierten (Zeitungsartikel)
Dieser Sommer bescherte den Wandsbekern nicht nur rekordträchtige sonnenreiche Stunden, er wir vielen auch in anderer Hinsicht in Erinnerung bleiben : Selten wurde in Wandsbek so viel Gefeiert wie in den vergangenen Wochen.
Vier Familien riefen vor einigen Monaten einen Festausschuss ins Leben. Sie wollten eine Idee verwirklichen, die sie schon seit längerem hatten: Alle Anwohner des Goldlackwegs, Jung und Alt, sollten sich bei einem großen Straßenfest einmal näher kennen lernen. Die rührigen Initiatoren, Peter Harleb, Albrecht Puschke, Jens Saffarrek, Horst Stahmer und ihre Ehefrauen gingen von Anwohner zu Anwohner und riefen zum mitmachen auf. Sie rührten auch sonst kräftig die Werbetrommel, damit die Unkosten so gering wie möglich blieben. So beteiligten sich denn einige Geschäftsleute an der Durchführung, ein Spielmannszug sorgte für die musikalische Unterhaltung am Nachmittag und es gab zahlreiche Anwohner, die Kaffee, Kuchen oder etwas anderes zum Gelingen beisteuerten. Der Andrang war groß. Es kamen auch viele aus der näheren Umgebung, um zu schauen, was da im Goldlackweg vor sich ging.
Dafür, saß die Kunde vom Fest im Goldlackweg bis nach Brasilien drang, sorgten Mitglieder des Deutschen Amateur- und Radio-Klubs, die am Goldlackweg ansässig sind. Sie stellten Kontakt zu Funkern im Ausland her und nutzten das Straßenfest, um sich der Nahbarschaft vorzustellen. Auch der Bürgerverein Wandsbek informierte mit einem Stand über seine Arbeit.
Buntes Treiben herrschte während der Nachmittagsstunden in der keinen Straße. Abends ging die Feier in den beiden Festzelten mit Musik und Tanz weiter.
Der Erlös der Veranstaltung soll der Anschaffung von Straßenbäumen zugute kommen. Die Anwohner machten mit diesem Fest der viel zitierten Anonymität ein Ende Generationen kamen sich näher. Nicht zuletzt deshalb sollte dieses Beispiel zur Nachahmung anregen.

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Bürger verschönern ihre Straße (Zeitungsartikel)

Kürzlich hatte Bezirksamtsleiter Dr. Rolf Lange eine schönen Aufgabe zu erledigen: Als Ehrengast pflanzte er den ersten Baum in der Straße Goldlackweg.
Acht Bewohner dieser Straße hatten im vorigen Jahr die Idee, ein Straßenfest zu veranstalten. Nach dem Fest, bei dem sie einen Reingewinn von 4300 Mark hatten, überlegten alle Anwohner des Goldlackwegs gemeinsam, was man mit dieser Summe machen soll. Man entschloss sich, die Straße durch Bäume zu verschönern. Mit Unterstützung des Bezirksamtes Wandsbek (aus Mitteln des Bezirksamtes kam noch ein Zuschuss) konnten die Bürger fünfunddreißig Bäume für 5200 Mark erwerben. Es sind Laubbäume, Kirsch- und andere Obstbäume.
Das Bezirksamt half auch bei der Beschaffung.
Bezirksamtsleiter Dr. Rolf Lange äußerte gegenüber den Wochenblatt eine Wunsch: Wenn dieses gute Beispiel schule machen würde, hätte Wandsbek bald mehr Bäume.

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